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Der Palmengarten Leipzig

Das unter Denkmalschutz stehende Tankstellengebäude wurde 1944 als Gastankstelle sehr massiv und ordentlich gebaut. Erdgas wurde über große Rohre in das Gebäude geleitet und dort gereinigt und verdichtet. Anschließend konnte das Gas in Flaschen abgefüllt werden und wurde unter anderem dazu genutzt, die in den 40er und 50er Jahren mit Gas betriebenen Linienbusse der LVB zu “betanken”. Ab dem Jahre 1959 wurde aus der Tankstelle eine “Gastechnische Versuchsanstalt”, die Matthias Bremkenoch bis zum Jahre 1992 betrieben wurde. In dieser Zeit wurden im Gebäude kleine Reparaturen an Gasgeräten ausgeführt sowie verschiedene Gas-Anlagen auf Einhaltung der DIN und allgemeine Verwendbarkeit geprüft. So wurden z.B. alle Gasherde, welche in der DDR produziert oder importiert wurden, hier geprüft. Auch ein Probekuchen musste dann gebacken werden, damit der gleichmäßige Bräunungsgrad nachgewiesen werden konnte. Ab 1993 zog dann der Reifendienst Rinder ein, welcher das Gebäude im Jahre 2001 wieder verließ. Ich habe das Gelände im Sommer 2007 von der Stadt Leipzig nach einer gewonnenen Ausschreibung erworben. Ab Herbst 2007 wurde das Gelände von verschiedenen Baracken und Garagen befreit sowie tonnenweise Müll entsorgt. Nach freundlicher Unterstützung durch die Behörden konnte am 01. Juli 2008 der Startschuss für die vorübergehende öffentliche Nutzung bis Ende August 2008 gegeben werden. Ab dem 01. Juli 2009 wurde wieder Sommertheater gegeben und am 08.10.2009 dauerhaft - nun auch im Gebäude - der Betrieb aufgenommen. Hier können Sie noch einen weiteren Text zur Geschichte der Gastankstelle lesen

Der historische Palmengarten
Die alte Gastankstelle liegt direkt gegenüber vom ehemaligen Haupteingang der historischen Parkanlage “Palmengarten”. Auch fast 70 Jahre nach ihrem Abriss kann man bei einem Rundgang durch den Park Elemente der einstigen Bebauung nachvollziehen. Palmen sucht man heute allerdings vergeblich. Bis Ende der 30er Jahre gab es ein großes Tropenhaus mit vielen exotischen Pflanzen und einen riesigen Veranstaltungssaal. Das ganze Gelände war liebevoll gestaltet. Alten Leipzigern ist sicherlich noch der Wasserfall mit dahinterliegender Grotte bekannt. Dieser war bereits 1899 elektrisch beleuchtet, ist aber heute größtenteils von der Natur zurückerobert. Der großzügig und mit 2 Brücken zum lustwandeln angelegte Teich dürfte auch schon seit Jahrzehnten keine Boot mehr gesehen haben.

In einer alten Werbeschrift aus dem Jahre 1907 ist unter anderem zu lesen:
“Vornehmste Erholungsstätte Leipzig!, Konzerte erster einheimischer und fremder Kapellen, Gastwirtschaft I. Ranges, Große Gartenhalle mit 2.000 Plätzen”

Ich hatte die Freude mit dem Sammler und Bewahrer alter Andenken vom Palmengarten, Herrn Optikermeister Hädicke, einen Rundgang durch die alten Anlagen zu machen. Wir hoffen, Sie finden vor oder nach einem Besuch in unserem Restaurant und Theater die Zeit einen Spaziergang durch den Palmengarten zu unternehmen. Gerne informieren wir Sie über die ehemaligen Standorte der  Gebäude, in welcher Ecke Sie die Reste vom Wasserfall finden oder was es mit dem “Kuhturm” auf sich hat.

Leipzig, im April 2008       Ihr Matthias Bremke

Der nachfolgende Text ist der offiziellen Leipzig-Seite www.leipzig.de entliehen:

Im Jahre 1893 fand hier die Jubiläums-Gartenbau-Ausstellung anlässlich des 50jährigen Bestehens des Leipziger Gärtner-Vereins statt. Das Gelände wurde nach Plänen des Leipziger Landschaftsgärtners Otto Moßdorf gestaltet.

Wenige Jahre nach der Ausstellung wurde ein Wettbewerb für die Schaffung eines Palmengartens nach dem Vorbild von Frankfurt am Junin ausgeschrieben. Den ersten Platz des Wettbewerbes belegte der Gartentechniker Eduard May aus Frankfurt am Junin.
Otto Moßdorf erhielt für seine Gestaltung den zweiten Preis und wurde mit der Umsetzung des Siegerentwurfs beauftragt. So trug der 1899 eröffnete Palmengarten doch in einigen Bereichen eher die Handschrift von Otto Moßdorf.

Das Kernstück des Palmengartens bildete das Gesellschaftshaus mit einem angeschlossenen Palmenhaus der Architekten Schmidt und Johlige. Der gusseiserne Pavillon, der noch heute am Ufer des Teiches steht, wurde anlässlich der Sächsischen-Thüringischen Industrie- und Gewerbe-Ausstellung von 1897 im König-Albert-Park aufgestellt und gelangte nach Beendigung der Ausstellung in den Palmengarten.

In Vorbereitung der Gutenberg-Reichsausstellung, die auf dem Gelände stattfinden sollte, wurden 1938/39 die Gebäude des Palmengartens abgebrochen.

Der ehemalige Palmengarten beherbergt eine Vielzahl dendrologisch wertvoller und besonderer Gehölze. Diese stammen zu großen Teilen aus der in Liebertwolkwitz gelegenen Baumschule des Botanischen Gartens, die 1960 aufgelöst worden war.